why not.. PayWhatYouWant für Friseure

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Nach ner halben Ewigkeit war ich mal wieder bei meinem Stammfriseur in Hagen und habe die Sorgen vor möglichem Preisverfall und Konkurrenz im Haarschneidegewerbe gehört. Am Bodensee zahlt man wohl schon deutlich unter 10€ für nen Herrenhaarschnitt und in anderen Regionen sieht es wohl auch nicht viel besser aus. Und da auch im Großraum Neustadt sehr viele Friseurbetriebe sitzen und einige Friseurketten Flatrate-Haarschnitte haben, teile ich mal eine Idee, die in Frankfurt extrem erfolgreich in einem Restaurant umgesetzt wurde.

Das pakistanische Restaurant befindet sich in Sachsenhausen; einem der gemischten Viertel Frankfurts. Die Bevölkerung ist bunt gemischt: Kreative, Studenten, Mittelschicht, viele Migranten und einige Obdachlose – von allem etwas. Vor einigen Jahren stand es kurz vorm Bankrott, weil vor Ort alle 5 Meter Dönerläden, Italiener und andere Restaurants öffneten.

Ein Professor unserer Universität hatte den Einfall ein neues Konzept auszuprobieren: „Pay-What-You-Want“. Dabei gibt jeder Gast einen von Ihm bestimmten Preis für so viel Essen wie er will. Einen Tag vor dem Start des Angebots kostete das Mittagsbuffett 7,90€ – am Starttag gab es dann keinen Preis mehr.

Der Besitzer – ein gläubiger und erzkonservativer Pakistani – war skeptisch. Er lies sich nur auf die Idee ein weil ihm mein Professor garantierte, dass er vom Lehrbudget jeden Euro kompensieren würde, sollte der Deckungsbeitrag sinken. Obdachlose, Arbeitslose und die Uni vor Ort ließen diesen Schluss nahe.

Doch es kam alles anders: in der ersten Woche nutzten viele das in allen Zeitungen bekannt gewordenen Angebot – viele zahlten weniger als 7,90€ ( dieser Preis wurde in den Medien genannt ). Doch seitdem ( seit nunmehr über 150 Wochen ) hat seine Kundenzahl ebenso wie seine Einnahmen / Gast auf einem höheren Niveau (!) eingependelt, als vor Pay-What-You-Want. Die Universität und mein Professor mussten bis heute keinen Cent an das Restaurant überweisen.

Jetzt meine Idee: was würde passieren, wenn man Kinderhaarschnitte für Kinder bis 130cm Größe nach dem „Zahle-Was-Du-Willst“ Prinzip anbieten würde. Insbesondere auf dem Land wird es viele Mütter geben, die weiterhin bereit sind einen angemessenen Betrag für die Leistung zu zahlen. Mehr noch glaube ich, dass sie selbst ebenfalls ihre Haare schneiden ließen, wenn ihr Kind es „für einen von Ihnen wählbaren Betrag“ erhalten würden. Und vor Obdachlosen die „gratis“ ihre Haare schneiden lassen wollen muss man sich in Hagen nicht fürchten. Denk mal an die Folgen eines solchen Angebots: ein Skandal. Vielleicht hätten auch überregional Zeitungen Interesse daran darüber zu berichten. Friseure verkaufen eine Dienstleistung – die Fixkosten und potentiellen „fixen Verluste“ eines solchen Angebots wären niedriger als die eines pakistanischen Restaurants. Dasselbe Angebot könnte man auch für Herrenhaarschnitte für Personen 60Plus anbieten. Oder an eine andere Bevölkerungsgruppen, die Du gerne in deinem Lokal hättest.

Es gibt natürlich auch andere Ansätze – aber dieser klingt vielversprechend, innovativ und sehr sozial.

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